Natürliches Licht: Sehen, bevor du fotografierst
Aufgenommen in Kiel, September. Die Beispielbilder aus dem Video findest du unter „Deine Bilder“ zum Vergleichen.
Die meisten Fotos scheitern nicht an der Kamera, sondern daran, dass niemand auf das Licht geschaut hat. In dieser Lektion geht es nur um eine Frage: Woher kommt es, wie weich ist es, und was macht es mit dem Gesicht vor dir?
Die drei Fragen vor jedem Bild
Erstens: die Richtung. Licht von vorn ist flach, Licht von der Seite zeichnet Form, Licht von hinten trennt das Motiv vom Hintergrund. Zweitens: die Größe der Lichtquelle im Verhältnis zum Motiv – ein großes Fenster macht weiche Übergänge, die Sonne um zwölf Uhr macht harte. Drittens: die Farbe. Morgens und abends warm, im Schatten blau, unter Bäumen grünlich.
Das Video zeigt dieselbe Person an fünf Orten in einer Wohnung, innerhalb von zwanzig Minuten. Nichts wurde verändert außer der Position zum Fenster. Achte auf die Augen: Sobald das Fenster darin erscheint, lebt das Bild.
Fotografiere ein und denselben Gegenstand an drei Stellen in deiner Wohnung: direkt am Fenster, zwei Meter davon entfernt, und im Raum ganz hinten. Gleiche Kameraeinstellung. Lade die drei Bilder unter „Deine Bilder“ hoch und notiere, welches du am meisten magst – und warum.
Was ist dir bei dieser Lektion unklar?
Statt einen Kommentar zu tippen: sprich es einfach aus. Beschreib die Situation, in der es nicht klappt – „das Gesicht ist immer zu dunkel, obwohl ich am Fenster stehe“. Ich antworte dir per Stimme, und die besten Fragen nehme ich in das Fragen-Video am Ende des Kurses auf.
Nina Hagedorn · Kursleitung. Antworten kommen in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.